xXo0BillKaulitz0oXx
November 17th, 2008, 05:59 PM
Can some one please translate me this German interview with the guys?
I really wanna know what they are saying!
Bitte?
"Georg verpennt und verschlampt immer alles", sagt Gustav. Er ist der Stille, obwohl er der Schlagzeuger ist. Aber seine Haare kämmt Georg wie ein Muttersöhnchen: mit Seitenscheitel. Und dann sind da noch die Zwillinge: Tom, der mit den verfilzten Haarwürsten, die aus seiner Schirmmütze wachsen. Und Bruder Bill mit den pechschwarz umrandeten Ballettmädchenaugen und dem schweren Totenkopfschmuck am viel zu dünnen Körper - der Sänger. Zusammen sind sie Tokio Hotel, die derzeit erfolgreichste deutsche Band. Manche vergleichen sie sogar mit den Beatles. Dabei sind die vier Jungs aus Magdeburg erst Teenager und wohnen noch bei ihren Eltern. Ist wohl auch besser so.
Wo sie auftreten, wie gerade in Itzehoe, werfen kreischende Mädchen BHs, Teddybären, Tampons auf die Bühne. Mit seinem androgynen Look ist vor allem Bill zur Pop-Ikone und Projektionsfläche für die Sehnsüchte vieler Jugendlicher avanciert, die nach allem gieren, ohne sich zu finden. Er selbst hockt, wenn er nicht singt, am liebsten mit seinen Kumpels vor dem Fernseher, im Tourbus auf dem Weg zum nächsten Auftritt. Zwischendrin blättern sie in der "Bravo", futtern Chips und plappern unerschrocken über das Leben, das sie noch gar nicht richtig gelebt haben.
Welt am Sonntag: Warum schminkt man sich wie eine Frau, wenn man noch nicht einmal richtig zum Mann geworden ist?
Bill: Also, ich selbst sehe das gar nicht so. Ich habe schon in der Schule angefangen, mich zu schminken und so. Da hatten wir einfach Bock drauf. Aber wie ein Mädchen? Nee. Ich war mal auf einer Halloween-Party, da bin ich als Vampir gegangen. Das hat mich inspiriert, mich irgendwann so schwarz zu schminken.
Bestimmt die Musik die Mode oder die Mode die Musik?
Bill: Musik und Mode beeinflussen sich gegenseitig. Aber ich habe kein Vorbild, ich trage den "Bill's Look": Totenköpfe sehen einfach gut aus, das hat keine tiefere Bedeutung. Und Schwarz ist halt echt schön.
Und warum trägt man zwei Mützen auf dem Kopf? Damit es aussieht, als hätte man mehr drin?
Tom: Das sind keine zwei Mützen. Unter dem Cap trage ich ein Tuch.
Wie findet ein Zwilling überhaupt seinen eigenen Stil?
Bill: Tom und ich sind, bis wir sechs Jahre alt waren, immer gleich herumgelaufen. Da haben uns noch unsere Eltern angezogen. Irgendwann hat das genervt, und wir haben angefangen, uns komplett unterschiedlich zu kleiden. Anfangs sah ich aus, als sei ich dem Musical "Cats" entsprungen. In so einer total aufgepluschten Jacke und so. Gerade habe ich meinen ersten Anzug gekauft, den ich jetzt in einer Modestrecke für die "Max" getragen habe. Fühlt sich gut an ...
... zu schwarz lackierten Nägeln und toupierten Haaren - und Tausende Mädchen kreischen. Macht das selbstsicher oder unsicher?
Bill: Das macht erst nervös, aber dann macht es sehr stark.
Tom: Das ist super! Ich finde es auch immer geil, wenn wir dann wieder abfahren und sehen: Den ganzen Stau haben wir verursacht.
Was genau wollen kleine Mädchen?
Gustav: (Schulterzucken)
Georg: Quatschen. Reden.
Tom: Manche wollen nur einen kleinen Schnack abhalten, manche wollen knutschen, manche mehr.
Könnt ihr für Gleichaltrige ein Vorbild sein, wenn ihr so mager, gepierct und tätowiert herumlauft, Bücherlesen langweilig findet, euch fast nur von Fast Food ernährt und am liebsten pennt oder vor der Glotze hockt?
Bill: Wir haben unseren Traum vom Musikmachen verwirklicht. Dafür haben wir lange gekämpft. Das, finde ich, kann anderen Menschen ganz schön Mut machen, auch an sich zu glauben.
Die Resonanz eurer Fans, die meisten weiblich und um die 14 Jahre alt, ist anders - und zwar deutlich: "Georg, ich will Dich f...en!" oder "Peitsch mich mit Deinen Dreads, Tom" schreiben die Mädels auf ihre Plakate.
Tom: Ich finde das lustig. Ich lese mir das auch immer durch, wenn ich auf der Bühne stehe. Da kommt man ins Schmunzeln.
Bill: Ich mag es, wenn Mädchen klar sagen, was sie wollen. Selbstbewusste Frauen, keine Kletten. Ich glaube, jüngere Männer haben keine Angst mehr vor starken Frauen.
Ist es cool, deutsch zu singen?
Georg: Es ist kein Qualitätsmerkmal und kein Qualitätsmanko mehr. Zum Glück. Ich habe auch nie verstanden, warum deutsch uncool ist.
Der beste Mädchen-Verführ-Song?
Georg: Wenn man so zu Hause auf dem Sofa sitzt, vielleicht was Ruhiges: Jack Johnson ...
Bill: Ich habe nie Musik an, nicht mit 'nem Mädchen. Aber worauf alle total stehen, ist Dirty Dancing.
Wie verabschiedet man sich korrekt nach einem One-Night-Stand?
Tom: Easy, ohne schwere Gefühle: Man tauscht Nummern aus ...
Georg: ...und ruft nie wieder an.
Ab wann ist ein Mann ein Mann?
Gustav: Wenn er seinen ersten Bart hatte oder das erste Mal betrunken war? Keine Ahnung.
Tom: Wir sind noch keine Männer, aber auch keine Jungs mehr. Wir sind so ein Mittelding: Jugendliche.
Ist die Jugend von heute ganz okay?
Georg: Viele haben Zukunftsangst, Panik, keinen Job zu kriegen. Da ist echt das große Zittern.
Tom: Andererseits sind wir eine Generation, die sich nicht alles sagen lässt, die ihre Freiheit lebt. Unsere Eltern haben noch einen Schlüssel an den Kopf bekommen, wenn sie zu spät zur Schule kamen.
Bill: Heute macht man nicht mehr einfach, was man gesagt bekommt. Ich nehme meine Mütze nicht ab im Unterricht oder meine Hände aus den Taschen. Diese Freiheit gäbe es nicht ohne die Strenge davor.
Die Kanzlerin überlegt, deutsche Soldaten in den Libanon zu schicken. Wärt ihr bereit, für deutsche Interessen euer Leben zu riskieren?
Alle: Nein. Nö. Niemals.
Gustav: Ich würde mein Leben allenfalls für meine Familie geben.
Tom: ... für die Familie und Freunde - aber nicht für Deutschland!
Pop-Stars werden als Helden gefeiert, Köche und Friseure. Von Politikern oder Soldaten gibt es keine Poster in der "Bravo".
Tom: Die will man sich auch nicht aufhängen. Soldaten werden außerdem ausgezeichnet.
Modisch betrachtet: Wie gefällt euch Angela Merkels Stil, ihr Look?
Bill: (kichert in seine Chips-Tüte)
Georg, Tom, Gustav: Na ja, also ...
Bill: ... aber bei ihr ist es auch nicht so wichtig, was sie anhat.
Warum ist der Look eines Sängers wichtig, der einer Kanzlerin nicht?
Bill: Wichtig ist, was sie tut.
Georg: Sie macht das gut.
Weil sie eine Frau ist oder weil sie eine Ostdeutsche ist?
Georg: Sie ist toll, weil sie die Bundeskanzlerin ist und das Land gut managt.
Bill: Sie wirkt sehr vernünftig, aufmerksam, sehr straight.
Gustav: Ich finde auch gut, dass sie den Männern mal zeigt, wo der Hase langläuft.
Ist Ost/West noch ein Thema?
Georg: Überhaupt nicht. Ich war zwei, als die Mauer gefallen ist.
Gustav: Es gibt keinen Eisernen Vorhang mehr, es gibt keine Mauer mehr. Wir sind eine BRD.
Du meinst: ein Deutschland. Die coolsten Deutschen?
Alle: Nena!
Das coolste deutsche Produkt?
Georg: Rotkäppchen-Sekt.
Gustav: Also, ich finde Audi cool.
Tom: Ich weiß gar nicht, was so an Technik aus Deutschland kommt.
Kennt ihr Günter Grass?
Tom: (Schweigen)
Bill: (Schweigen)
Georg: Ja.
Wie steht ihr dazu, dass er in der Waffen-SS war?
Gustav, Bill, Tom: (Achselzucken)
Georg: Der soll ja jetzt seinen Nobelpreis zurückgeben. Ich weiß, dass er früher ziemlich viele Leute angeschwärzt hat, die in der SS waren. Aber ich weiß nicht, warum er es jetzt so spät gesagt hat, das kann ich nicht nachvollziehen.
Wie kann man eigentlich Texte schreiben, wenn man überhaupt keine Bücher liest ...?
Bill: Deutsch ist meine Muttersprache, in der kann man sich immer ausdrücken. Mit neun habe ich "Leb' die Sekunde" geschrieben. Ich höre halt viele deutsche Songs.
Marie, ein achtjähriger Hardcore-Fan aus Berlin-Schöneberg, würde gern wissen: Was macht ihr mit dem ganzen Geld, das ihr verdient?
Bill: Also, Millionäre sind wir in zehn Jahren noch nicht. Aber wir zahlen uns jetzt unser eigenes Taschengeld - für Urlaub, Klamotten.
Tom: Für Essen. Das meiste Geld gebe ich für Brötchen oder Chips aus. Aber wir sparen auch. Unsere Eltern beraten uns dabei.
Bei Marie hängen eure Poster. Und in euren Kinderzimmern?
Tom: Ich hab kein Kinderzimmer mehr. Aber Georg hat noch eins.
Georg: Quatsch. In meinem Zimmer steht 'ne ausziehbare Couch, ein Schreibtisch, Computer. An den Wänden hängt nichts.
Gustav: Wir haben auch alle Hund und Katze. Richtig echte, keine Stofftiere. Die haben wir schon lange nicht mehr.
Euer schrilles Aussehen - kommt das von zu strengen Eltern?
Gustav: Ich komme aus einem sehr freizügigen Elternhaus. Wenn ich Schlagzeug gespielt habe, hat sich niemand beschwert. Im Gegenteil. Einer der Eltern war immer da und hat mir zugehört. Aber es gab auch Regeln: um acht Frühstück, um zwölf Mittag, um 18 Uhr Abendbrot.
Bill: Es gibt nichts, was unsere Eltern nicht wissen. Wir erzählen alles. Die härteste Strafe war TV-Verbot oder Taschengeldentzug.
Tom: Unser Stiefvater hat uns sehr gefördert. Ich erinnere mich noch an die ersten Aufnahmen mit ihm bei uns im Schuppen. Und dann haben wir im Innenhof Fotos geschossen und die an Viva verschickt.
Georg: Wir sind immer Ski gefahren. War 'ne coole Zeit. Wenn ich heimkomme, riecht es nach unserem Hund. Zu Hause halt.
Wirklich so friedlich? "Bild" titelte diese Woche: Familiendrama bei Tokio Hotel. Was war da los mit Opa, der plötzlich einen Revolver zückte?
Bill: Alles in Ordnung. Wir sind mit dem Mann gar nicht verwandt. Der hat nichts mit uns zu tun.
Geht ihr eigentlich noch zur Schule?
Tom: Ja, im Internet. Es gibt eine Schule für Fernkurse. Bill und ich bekommen und lösen unsere Aufgaben per E-Mail. Man muss nur einmal persönlich erscheinen - zur Prüfung. Erst mal machen wir jetzt unseren erweiterten Realschulabschluss. Mathe ist echt mühsam.
Was haltet ihr vom Musikunterricht an deutschen Schulen?
Alle: *******. Totale *******.
Bill: Ich hab' Musik sogar abgewählt. Erstens sind die Lehrer viel zu alt. Und dann geht es meist nur ums Auswendiglernen. Dabei gehört das viel mehr in den Deutschunterricht. Man nimmt Biografien durch von Leuten, Mozart oder so, was keine Sau interessiert, und macht viel zu wenig Musik.
Tom: Einmal durften wir selbst Songs schreiben. Das fand ich mal 'ne coole Sache, echt kreativ.
Georg: Der Musikunterricht an unseren Schulen ist überhaupt nicht praktisch ausgerichtet. Du hast nie ein Instrument in der Hand, alles nur Theorie.
Welche Farbe hat die Pille, die euch am meisten berauscht hat?
Georg: Weiß. Aspirin.
Bill: Wir nehmen keine Pillen, wir trinken nicht mal Alkohol. Aber ich esse ziemlich ungesund: den ganzen Tag nur Burger und fettigen Kram.
Was trägst du in deiner blauen Louis-Vuitton-Handtasche spazieren?
Bill: Meinen Laptop, mein Handy, meine Sonnenbrille, Geld.
Tokio Hotels verrücktestes Hotel-Erlebnis?
Bill: Wir haben mal zwei Leute beim Sex beobachtet von der Dachterrasse. Ich dachte, Alter, nee!
Und euer Hotel-Geheimtipp?
Tom: Zu Hause bei den Eltern ...
Bill: ... und dann schlafen. Ich liebe schlafen. Ich glaube, wenn mich mal keiner wach macht, verschlafe ich mein ganzes Leben.
Das Gespräch führte Dagmar von Taube
I really wanna know what they are saying!
Bitte?
"Georg verpennt und verschlampt immer alles", sagt Gustav. Er ist der Stille, obwohl er der Schlagzeuger ist. Aber seine Haare kämmt Georg wie ein Muttersöhnchen: mit Seitenscheitel. Und dann sind da noch die Zwillinge: Tom, der mit den verfilzten Haarwürsten, die aus seiner Schirmmütze wachsen. Und Bruder Bill mit den pechschwarz umrandeten Ballettmädchenaugen und dem schweren Totenkopfschmuck am viel zu dünnen Körper - der Sänger. Zusammen sind sie Tokio Hotel, die derzeit erfolgreichste deutsche Band. Manche vergleichen sie sogar mit den Beatles. Dabei sind die vier Jungs aus Magdeburg erst Teenager und wohnen noch bei ihren Eltern. Ist wohl auch besser so.
Wo sie auftreten, wie gerade in Itzehoe, werfen kreischende Mädchen BHs, Teddybären, Tampons auf die Bühne. Mit seinem androgynen Look ist vor allem Bill zur Pop-Ikone und Projektionsfläche für die Sehnsüchte vieler Jugendlicher avanciert, die nach allem gieren, ohne sich zu finden. Er selbst hockt, wenn er nicht singt, am liebsten mit seinen Kumpels vor dem Fernseher, im Tourbus auf dem Weg zum nächsten Auftritt. Zwischendrin blättern sie in der "Bravo", futtern Chips und plappern unerschrocken über das Leben, das sie noch gar nicht richtig gelebt haben.
Welt am Sonntag: Warum schminkt man sich wie eine Frau, wenn man noch nicht einmal richtig zum Mann geworden ist?
Bill: Also, ich selbst sehe das gar nicht so. Ich habe schon in der Schule angefangen, mich zu schminken und so. Da hatten wir einfach Bock drauf. Aber wie ein Mädchen? Nee. Ich war mal auf einer Halloween-Party, da bin ich als Vampir gegangen. Das hat mich inspiriert, mich irgendwann so schwarz zu schminken.
Bestimmt die Musik die Mode oder die Mode die Musik?
Bill: Musik und Mode beeinflussen sich gegenseitig. Aber ich habe kein Vorbild, ich trage den "Bill's Look": Totenköpfe sehen einfach gut aus, das hat keine tiefere Bedeutung. Und Schwarz ist halt echt schön.
Und warum trägt man zwei Mützen auf dem Kopf? Damit es aussieht, als hätte man mehr drin?
Tom: Das sind keine zwei Mützen. Unter dem Cap trage ich ein Tuch.
Wie findet ein Zwilling überhaupt seinen eigenen Stil?
Bill: Tom und ich sind, bis wir sechs Jahre alt waren, immer gleich herumgelaufen. Da haben uns noch unsere Eltern angezogen. Irgendwann hat das genervt, und wir haben angefangen, uns komplett unterschiedlich zu kleiden. Anfangs sah ich aus, als sei ich dem Musical "Cats" entsprungen. In so einer total aufgepluschten Jacke und so. Gerade habe ich meinen ersten Anzug gekauft, den ich jetzt in einer Modestrecke für die "Max" getragen habe. Fühlt sich gut an ...
... zu schwarz lackierten Nägeln und toupierten Haaren - und Tausende Mädchen kreischen. Macht das selbstsicher oder unsicher?
Bill: Das macht erst nervös, aber dann macht es sehr stark.
Tom: Das ist super! Ich finde es auch immer geil, wenn wir dann wieder abfahren und sehen: Den ganzen Stau haben wir verursacht.
Was genau wollen kleine Mädchen?
Gustav: (Schulterzucken)
Georg: Quatschen. Reden.
Tom: Manche wollen nur einen kleinen Schnack abhalten, manche wollen knutschen, manche mehr.
Könnt ihr für Gleichaltrige ein Vorbild sein, wenn ihr so mager, gepierct und tätowiert herumlauft, Bücherlesen langweilig findet, euch fast nur von Fast Food ernährt und am liebsten pennt oder vor der Glotze hockt?
Bill: Wir haben unseren Traum vom Musikmachen verwirklicht. Dafür haben wir lange gekämpft. Das, finde ich, kann anderen Menschen ganz schön Mut machen, auch an sich zu glauben.
Die Resonanz eurer Fans, die meisten weiblich und um die 14 Jahre alt, ist anders - und zwar deutlich: "Georg, ich will Dich f...en!" oder "Peitsch mich mit Deinen Dreads, Tom" schreiben die Mädels auf ihre Plakate.
Tom: Ich finde das lustig. Ich lese mir das auch immer durch, wenn ich auf der Bühne stehe. Da kommt man ins Schmunzeln.
Bill: Ich mag es, wenn Mädchen klar sagen, was sie wollen. Selbstbewusste Frauen, keine Kletten. Ich glaube, jüngere Männer haben keine Angst mehr vor starken Frauen.
Ist es cool, deutsch zu singen?
Georg: Es ist kein Qualitätsmerkmal und kein Qualitätsmanko mehr. Zum Glück. Ich habe auch nie verstanden, warum deutsch uncool ist.
Der beste Mädchen-Verführ-Song?
Georg: Wenn man so zu Hause auf dem Sofa sitzt, vielleicht was Ruhiges: Jack Johnson ...
Bill: Ich habe nie Musik an, nicht mit 'nem Mädchen. Aber worauf alle total stehen, ist Dirty Dancing.
Wie verabschiedet man sich korrekt nach einem One-Night-Stand?
Tom: Easy, ohne schwere Gefühle: Man tauscht Nummern aus ...
Georg: ...und ruft nie wieder an.
Ab wann ist ein Mann ein Mann?
Gustav: Wenn er seinen ersten Bart hatte oder das erste Mal betrunken war? Keine Ahnung.
Tom: Wir sind noch keine Männer, aber auch keine Jungs mehr. Wir sind so ein Mittelding: Jugendliche.
Ist die Jugend von heute ganz okay?
Georg: Viele haben Zukunftsangst, Panik, keinen Job zu kriegen. Da ist echt das große Zittern.
Tom: Andererseits sind wir eine Generation, die sich nicht alles sagen lässt, die ihre Freiheit lebt. Unsere Eltern haben noch einen Schlüssel an den Kopf bekommen, wenn sie zu spät zur Schule kamen.
Bill: Heute macht man nicht mehr einfach, was man gesagt bekommt. Ich nehme meine Mütze nicht ab im Unterricht oder meine Hände aus den Taschen. Diese Freiheit gäbe es nicht ohne die Strenge davor.
Die Kanzlerin überlegt, deutsche Soldaten in den Libanon zu schicken. Wärt ihr bereit, für deutsche Interessen euer Leben zu riskieren?
Alle: Nein. Nö. Niemals.
Gustav: Ich würde mein Leben allenfalls für meine Familie geben.
Tom: ... für die Familie und Freunde - aber nicht für Deutschland!
Pop-Stars werden als Helden gefeiert, Köche und Friseure. Von Politikern oder Soldaten gibt es keine Poster in der "Bravo".
Tom: Die will man sich auch nicht aufhängen. Soldaten werden außerdem ausgezeichnet.
Modisch betrachtet: Wie gefällt euch Angela Merkels Stil, ihr Look?
Bill: (kichert in seine Chips-Tüte)
Georg, Tom, Gustav: Na ja, also ...
Bill: ... aber bei ihr ist es auch nicht so wichtig, was sie anhat.
Warum ist der Look eines Sängers wichtig, der einer Kanzlerin nicht?
Bill: Wichtig ist, was sie tut.
Georg: Sie macht das gut.
Weil sie eine Frau ist oder weil sie eine Ostdeutsche ist?
Georg: Sie ist toll, weil sie die Bundeskanzlerin ist und das Land gut managt.
Bill: Sie wirkt sehr vernünftig, aufmerksam, sehr straight.
Gustav: Ich finde auch gut, dass sie den Männern mal zeigt, wo der Hase langläuft.
Ist Ost/West noch ein Thema?
Georg: Überhaupt nicht. Ich war zwei, als die Mauer gefallen ist.
Gustav: Es gibt keinen Eisernen Vorhang mehr, es gibt keine Mauer mehr. Wir sind eine BRD.
Du meinst: ein Deutschland. Die coolsten Deutschen?
Alle: Nena!
Das coolste deutsche Produkt?
Georg: Rotkäppchen-Sekt.
Gustav: Also, ich finde Audi cool.
Tom: Ich weiß gar nicht, was so an Technik aus Deutschland kommt.
Kennt ihr Günter Grass?
Tom: (Schweigen)
Bill: (Schweigen)
Georg: Ja.
Wie steht ihr dazu, dass er in der Waffen-SS war?
Gustav, Bill, Tom: (Achselzucken)
Georg: Der soll ja jetzt seinen Nobelpreis zurückgeben. Ich weiß, dass er früher ziemlich viele Leute angeschwärzt hat, die in der SS waren. Aber ich weiß nicht, warum er es jetzt so spät gesagt hat, das kann ich nicht nachvollziehen.
Wie kann man eigentlich Texte schreiben, wenn man überhaupt keine Bücher liest ...?
Bill: Deutsch ist meine Muttersprache, in der kann man sich immer ausdrücken. Mit neun habe ich "Leb' die Sekunde" geschrieben. Ich höre halt viele deutsche Songs.
Marie, ein achtjähriger Hardcore-Fan aus Berlin-Schöneberg, würde gern wissen: Was macht ihr mit dem ganzen Geld, das ihr verdient?
Bill: Also, Millionäre sind wir in zehn Jahren noch nicht. Aber wir zahlen uns jetzt unser eigenes Taschengeld - für Urlaub, Klamotten.
Tom: Für Essen. Das meiste Geld gebe ich für Brötchen oder Chips aus. Aber wir sparen auch. Unsere Eltern beraten uns dabei.
Bei Marie hängen eure Poster. Und in euren Kinderzimmern?
Tom: Ich hab kein Kinderzimmer mehr. Aber Georg hat noch eins.
Georg: Quatsch. In meinem Zimmer steht 'ne ausziehbare Couch, ein Schreibtisch, Computer. An den Wänden hängt nichts.
Gustav: Wir haben auch alle Hund und Katze. Richtig echte, keine Stofftiere. Die haben wir schon lange nicht mehr.
Euer schrilles Aussehen - kommt das von zu strengen Eltern?
Gustav: Ich komme aus einem sehr freizügigen Elternhaus. Wenn ich Schlagzeug gespielt habe, hat sich niemand beschwert. Im Gegenteil. Einer der Eltern war immer da und hat mir zugehört. Aber es gab auch Regeln: um acht Frühstück, um zwölf Mittag, um 18 Uhr Abendbrot.
Bill: Es gibt nichts, was unsere Eltern nicht wissen. Wir erzählen alles. Die härteste Strafe war TV-Verbot oder Taschengeldentzug.
Tom: Unser Stiefvater hat uns sehr gefördert. Ich erinnere mich noch an die ersten Aufnahmen mit ihm bei uns im Schuppen. Und dann haben wir im Innenhof Fotos geschossen und die an Viva verschickt.
Georg: Wir sind immer Ski gefahren. War 'ne coole Zeit. Wenn ich heimkomme, riecht es nach unserem Hund. Zu Hause halt.
Wirklich so friedlich? "Bild" titelte diese Woche: Familiendrama bei Tokio Hotel. Was war da los mit Opa, der plötzlich einen Revolver zückte?
Bill: Alles in Ordnung. Wir sind mit dem Mann gar nicht verwandt. Der hat nichts mit uns zu tun.
Geht ihr eigentlich noch zur Schule?
Tom: Ja, im Internet. Es gibt eine Schule für Fernkurse. Bill und ich bekommen und lösen unsere Aufgaben per E-Mail. Man muss nur einmal persönlich erscheinen - zur Prüfung. Erst mal machen wir jetzt unseren erweiterten Realschulabschluss. Mathe ist echt mühsam.
Was haltet ihr vom Musikunterricht an deutschen Schulen?
Alle: *******. Totale *******.
Bill: Ich hab' Musik sogar abgewählt. Erstens sind die Lehrer viel zu alt. Und dann geht es meist nur ums Auswendiglernen. Dabei gehört das viel mehr in den Deutschunterricht. Man nimmt Biografien durch von Leuten, Mozart oder so, was keine Sau interessiert, und macht viel zu wenig Musik.
Tom: Einmal durften wir selbst Songs schreiben. Das fand ich mal 'ne coole Sache, echt kreativ.
Georg: Der Musikunterricht an unseren Schulen ist überhaupt nicht praktisch ausgerichtet. Du hast nie ein Instrument in der Hand, alles nur Theorie.
Welche Farbe hat die Pille, die euch am meisten berauscht hat?
Georg: Weiß. Aspirin.
Bill: Wir nehmen keine Pillen, wir trinken nicht mal Alkohol. Aber ich esse ziemlich ungesund: den ganzen Tag nur Burger und fettigen Kram.
Was trägst du in deiner blauen Louis-Vuitton-Handtasche spazieren?
Bill: Meinen Laptop, mein Handy, meine Sonnenbrille, Geld.
Tokio Hotels verrücktestes Hotel-Erlebnis?
Bill: Wir haben mal zwei Leute beim Sex beobachtet von der Dachterrasse. Ich dachte, Alter, nee!
Und euer Hotel-Geheimtipp?
Tom: Zu Hause bei den Eltern ...
Bill: ... und dann schlafen. Ich liebe schlafen. Ich glaube, wenn mich mal keiner wach macht, verschlafe ich mein ganzes Leben.
Das Gespräch führte Dagmar von Taube